Rezension ● KRYONIUM – Die Experimente der Erinnerung

„KRYONIUM – Die Experimente der Erinnerung“ von Matthias A. K. Zimmermann

 

 

Klappentext

 

Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt.

 

Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden.

 



 

Kommentar zum Buch:

 

Dieser Roman ist in drei Teilen aufgeteilt und es geht grundsätzlich um den Erzähler, der keinerlei Erinnerung hat. Er weiß nicht wer er ist, woher er kommt, warum er an diesen ihm unbekannten und sehr ungemütlichen Ort ist. Er weiß nur, dass er von dort wegwill.

 

Teil 1 ist sehr märchenhaft … so mit Hexe und Drache und Gnome und Zwerge und Einhorn und … … Beim Lesen habe ich oft gedacht: Wow! Endlich mal wieder ein richtig spannender Fantasyroman ganz nach meinem Geschmack. Und dann kam Teil 2.

 

Teil 2 hat mich anfangs verwirrt und auch etwas enttäuscht, da die Geschichte plötzlich den Eindruck eines Psychothrillers machte. Meine Begeisterung hat aber schnell wieder zugenommen, da es a) recht spannend zu lesen war und b) später auch wieder märchenhaft wurde. Hier hatte ich jedoch schon so gewisse Zweifel im Bereich Märchen. Ja … und dann kam Teil 3.

 

Teil 3 fängt gleich zu Beginn mit einer Überraschung an, die mir nicht sehr gefallen hat. Ist aber mein Problem. Ansonsten ist auch dieser Teil wirklich spannend und interessant und vor allem sehr, sehr aufschlussreich. Mir persönlich war es zu aufschlussreich. Die vielen Erklärungen haben schlicht und ergreifend mein Lesevergnügen gestört. Vielleicht wurde mein Lesevergnügen aber auch nur gestört, weil ich mich auf ein Märchen eingestellt hatte, und das ist es eigentlich gar nicht. Eigentlich. Andererseits … im weitesten Sinne … vielleicht doch. Ja … ich weiß … es ist etwas wirr. 😊 Auf jeden Fall geht es um ein hochinteressantes und auch recht aktuelles Thema, worauf ich jetzt aber nicht näher eingehen möchte.

 

Ein klitzekleines Vorwort, wo das grundlegende Thema des Romans erwähnt worden wäre, wäre schön gewesen. Ich hätte den Roman dann von Anfang an mit anderen Augen oder besser gesagt mit anderen Erwartungen gelesen. Es gibt allerdings noch ein erklärendes Nachwort von Stephan Günzel. Aber es ist eben ein Nachwort, welches in der Regel zum Schluss gelesen wird. Außerdem ist es etwas anstrengend zu lesen. Sorry.

 

Noch ein kleines Wort zum Cover: Schneekugeln tauchen immer mal wieder auf und spielen letztendlich eine sehr große Rolle. Ich sehe sie jetzt übrigens mit anderen Augen. 😊

 

 

Mein Fazit:

 

Grundsätzlich gesehen, ist dieser Roman wirklich interessant und spannend. Und wenn der Leser/die Leserin dann auch noch eine Affinität zur Mathematik und Physik besitzt ist das nur vorteilhaft!!! Das Buch wurde schließlich Archimedes von Syrakus gewidmet. 😊

 

Und auch wenn dieser Roman im Endeffekt dann doch nicht so meiner war, möchte ich dem Autor ein großes Kompliment machen. Er hat Zusammenhänge dargelegt, wo ich einfach nur meinen Hut ziehen kann. Ganz fantastisch!

 



 

Weitere Infos zum Buch

• KULTURVERLAG KADMOS Berlin 2019

• ISBN 978-3-86599-444-8

• Gebunden, 324 Seiten, 15 cm x 23 cm

• 19,90 Euro (D)

 

 

Einen lichen Dank an den KULTURVERLAG KADMOS Berlin für dieses interessante Rezensionsexemplar!

 

 

Zur Info: Rezensionsexemplare sind mir vom Verlag oder vom Autor kostenlos zur Verfügung gestellt worden und werden grundsätzlich mit meiner ehrlichen Meinung kommentiert.